Film zum Thema Freitod / Selbsttötung

 

Hanspeter Bäni:
Tod nach Plan (Link zu Amazon)

André Rieder, ein 56 jähriger ehemals erfolgreicher Arzt, leidet seit etlichen Jahren an einer psychischen Erkrankung (manische Depression) und möchte nicht mehr leben. Deshalb wendet er sich an „Exit“, eine Organisation der Sterbehilfe. Diese soll ihm behilflich sein. Sein ganzes Streben gilt der Vorbereitung seines eigenen Todes.

Auf dem Grabstein seiner Eltern ist noch eine Zeile für ihn frei. „Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig“, lautet der vorgeplante Text für seine Sterbeanzeige. Letzte Besuche, um sich von Freunden zu verabschieden, zeigen wie wenig eindeutig selbst nahe Menschen mit einer solchen Entscheidung umgehen können. Am letzten Tag verabschiedet er sich von seiner guten Freundin und Mitbewohnerin, die sich in den letzten zwei Jahren um ihn gekümmert hat. Bei einem letzten Essen mit seinem besten Freund, übergibt er diesem seine Papiere, für die anstehenden Notwendigkeiten bei den Behörden. Dann geht er in eine Picassoausstellung. Gewissermaßen ein Abschied von einem seiner Lieblingsmaler, von der Kultur. Schließlich begleitet ihn der beste Freund auf seinem letzten Weg und bleibt auch bis zum Ende bei ihm.

Der dokumentarische Film, der den Weg in den Freitod begleitet, zeigt nicht zuletzt die Schwierigkeit Grenzen zu ziehen. Wenn diese Möglichkeit nicht rundheraus abgelehnt wird, wofür es neben einer kaum diskutierbaren Haltung des Glaubens auch ganz sachliche Gründe geben kann, stellt sich die schwierige Frage, in welchem Rahmen und in welchen Fällen eine Sterbehilfe zulässig sein soll.

Die Dokumentation kann bestimmt nicht einseitig genannt werden. Trotzdem kann sie letztlich nicht mehr leisten, als einen Einstieg in das Thema zu geben: Ein Anlass eigene Einstellungen zu hinterfragen – vielleicht festzustellen, das es Grenzen gibt. Grenzen des Verstehens und Möglichkeiten allgemeine Regeln zu schaffen. Grenzen, die nahezu jedes zwischenmenschliche Bemühen von Außen erlauben, aber eine Beurteilung nur bezogen auf das eigene Leben zulässt – nicht einen Einzelfall betreffend und nicht einmal für den nächsten Angehörigen.

Ein Thema, bei dem jeder Mensch nur für sich sprechen kann, mit seinen Einstellunge und seinem inneren Erleben und im konkreten Fall auch Leid.

  • Regisseur: Hanspeter Bäni
  • Erscheinungstermin: 29. April 2011
  • ASIN: B004SRM6G2



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2 Responses to Film zum Thema Freitod / Selbsttötung

  1. Stefan says:

    Tolle Ausfuehrungen! Ich werde mich damit in Zukunft mehr auseinandersetzen! Warte auf weitere Eintraege!

  2. Meik Conrad says:

    Willkommen und danke für das Lob! Das Thema wird vermutlich aus verschiedenen Perspektiven immer mal wieder auftauchen.

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