Zu arm für die Beisetzung an der Seite seiner Frau

Letzter Wille: Nachbarn sammeln für Begräbnis
DerWesten

In Herde wohnte seit 40 Jahren Walter Schwalen, ein bei seinen Nachbarn beliebter Mann. Der nun verstorbene 71-Jährige hinterließ zuwenig eigene Mittel, um neben seiner Frau auf einem kartholischen Friedhof beigesetzt zu werden. Nachbarn, vor allem Wengelnik-Jakubiak, haben gesammelt und sich auch an das Radio gewandt. So konnte ihm sein letzter Wille erfüllt werden.

Ein gewiß seltenes und umso herzerwärmenderes Beispiel liebevoller Nachbarschaftshilfe über den Tod hinaus. Kaum jemanden wird unberührt lassen, wie hier dafür gesorgt wurde, dass der Wunsch und die Würde eines Menschen fehlenden finanziellen Mitteln nicht untergeordnet wird.

Auch wenn im Leserkommentar des Artikels als Klarstellung zu lesen ist „…die Kirche war nur sehr misswillig bereit zu helfen. Erst nach vielem hin und her erklärten die sich bereit die Grabstätte 50% billiger zu lassen“, hat auch dort immerhin irgendwann eine Besinnung auf immaterielle Werte stattgefunden – die ja schlecht nur von der Kanzel gepredigt werden können. Heutzutage muss sie dann eben von den eigenen Schafen gelegentlich angeschupst werden, damit sie auf den rechten Weg zurückfindet und sich nicht als reiner Wirtschaftsbetrieb begreift.

Nicht vergessen sollten wir bei einem solchen Fall, dass immer mehr Menschen aus finanziellen Gründen die Urnenbeisetzung „wählen“ und Angehörige häufiger als früher das Sozialamt bemühen müssen. Nachdem das Sterbegeld der Krankenkassen immer kleiner ausfiel – und kein Aufschrei durch die Bevölkerung ging – wurde es 2004 ganz abgeschafft. Das war eine der Wohltaten rot-grüner Sozialreformen. So konnten zwar auf politischer Ebene mehr oder minder stabile Krankenkassenbeiträge verkauft werden, aber sind neben der Zahnzusatzversicherung, der eigenen Rentenvorsorge und anderen Belastungen auch Sterbegeldversicherungen oder ein dafür zurückgelgter Spargroschen notwendig geworden – soweit das Leben dafür Spielraum lässt.

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