Ernest Hemingway – Todestag

02.07.2011

Heute vor 50 Jahren war der Todestag von Ernest Hemingway. Er hat das Leben mit dem Schreiben verbunden und nicht umgekehrt. Die Jagt, der Stierkampf und das Fischen waren neben dem Krieg und der Liebe immer wieder seine großen Themen. Daneben waren es aber auch ganz alltägliche Situationen, wie der Besuch in einem Café, denen er eine Geschichte oder einen Romanabschnitt abgewinnen konnte. Mit 18 Jahren als Reporter in die publizierende Zunft eingetreten, hat er viele Grundlagen und Techniken des Schreibens kennengelernt und in seine späteren Werken aufgenommen. Ein langer Aufenthalt in Paris brachte ihn mit anderen Schriftstellern zusammen und hat seinen Stil weiter geformt. „Paris ein Fest fürs Leben“ entsteht erst 40 Jahre später im Rückblick. Wer in Paris war, wird auch heute noch manches wiedererkennen.

Paris war nicht seine letzte Station. In Europa waren es vor allem die Schweiz, Italien und Spanien, die er später besuchte und dort auch lebte. Die Großwildjagt führte ihn nach Afrika – „Die grünen Hügel Afrikas“ erschienen 1935. Nach einer Zeit auf den Florida Keys lebte er längere Zeit auf Kuba, das er nach der Revolution verließ. Eine neue Bleibe fand er auf den Bahamas.

1954 erhielt er den Literaturnobelpreis für «Der alte Mann und das Meer». Die auf Kuba spielende Geschichte ist nicht mehr dort geschrieben. Den alten Mann, den Hemingway zur Vorlage für sein Buch genommen hat, gab es wirklich. Gregorio Fuentes ist erst 2002 im Alter von 104 Jahren verstorben. Hemingway selbst hat allerdings jeden Zusammenhang zwischen der Figur des alten Mannes und einer lebenden Person geleugnet.

Die andere Seite dieses intensiven Lebens war eine manisch-depressive Erkrankung und ungebremster Alkoholkonsum. Ernest Hemingway erschoss sich mit 61 Jahren – im gleichen Lebensjahr wie schon sein Vater 1928.

„Bringen sich viele Männer um, Daddy?“
„Nicht sehr viele, Nick.“
[…]
„Ist Sterben schwer, Daddy?“
„Nein, ich glaube, es ist ziemlich leicht, Nick. Es kommt darauf an“
Sie saßen im Boot, Nick im Heck; sein Vater ruderte. Die Sonne stieg über den Bergen auf. Ein Barsch schnellte hoch und machte einen Kreis im Wasser. Nick ließ seine Hand im Wasser schleifen. Es fühlte sich warm an im schneidenden Morgenfrost.
Am frühen Morgen auf dem See, als er im Heck des Bootes seinem rudernden Vater gegenüber saß, war er überzeugt davon, dass er niemals sterben würde.

(aus Ernest Hemingway, „Indianerlager“)

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One Response to Ernest Hemingway – Todestag

  1. Christian says:

    Endlich mal ein gut geschriebener Eintrag, besten Dank. Muss man erstmal verarbeiten. Generell finde ich die Seite gut zu lesen.

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