Präimplantationsdiagnostik PID

06. Juli 2011

Und wieder wird über Leben und Tod entschieden. Am Donnerstag geht es um die Präimplantationsdiagnostik (PID). Der Bundestag entscheidet über die Zulassung oder Ablehnung. Nicht nur das Ergebnis scheint offen zu sein. Bisher ist nichteinmal klar, ob in geheimer oder offener Abstimmung entschieden wird. Es geht darum, ob künstlich befruchtete Eizellen auf genetische Defekte hin untersucht werden dürfen oder nicht. Drei Varianten stehen zur Wahl:

  1. völlige Ablehnung der PID,
  2. zulassen, wenn die Eltern genetisch vorbelastet sind oder eine Tot- / Fehlgeburt wahrscheinlich ist
  3. eine grundsätzliche Ablehnung mit Ausnahmen, wenn die Lebensfähigkeit des Kindes fraglich erscheint.

Zu dem Thema mag man ja unterschiedlicher Meinung sein können, aber

  • würde eine komplette Ablehnung nicht dazu führen, dass eine befruchtete Eizelle besser geschützt ist, als der Embryo im Mutterleib?
  • sollten Eltern, die auf natürlichem Wege keinen Nachwuchs zeugen können und bei denen die Weitergabe erblicher Vorbelastungen wahrscheinlich ist, nicht lieber empfohlen werden ein Kind zu adoptieren, statt sich auf das „Abenteuer“ künstliche Befruchtung einzulassen?
  • wenn die Wahrscheinlichkeit einer Tot- / Fehlgeburt oder einer die Lebensfähigkeit des Kindes in Frage stellenden Behinderung so hoch ist, dass dringend eine PID durchgeführt werden sollte, ist es dann nicht von Eltern ein unverhältnismäßiger Egoismus, dieses Leben trotzdem (künstlich) zu zeugen?

Stimmig zu bisherigen Regelungen scheinen die zur Abstimmung stehenden Punkte nicht zu sein. Nicht zu erkennen ist ferner, welche Werte oder auch nur logisch denkender Menschenverstand zu einer Entscheidung führen sollen. Das nennt sich wohl Politik…

 

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