Franz von Hammerstein ist am 15.08.2011 im Alter von 90 Jahren verstorben

Er war neben Lothar Kreyssig Mitbegründer und lange Zeit Vorsitzender der Aktion Sühnezeichen und daher vielen Menschen bekannt. Die Auseinandersetzung mit dem Krieg, aus der Schuld der Deutschen an den Naziverbrechen heraus und der Wunsch nach Versöhnung und Frieden, haben sein Leben geprägt. Als Grundstein für dieses Engagement kann seine Zeit im Gefängnis Moabit und später in den Konzentrationslagern Buchenwald, Regensburg und Dachau gesehen werden. Dort war er als 23-jähriger interniert, weil sich seine Brüder am Stauffenberg-Attentat gegen Hitler beteiligten. Schon sein Vater war 1943 aus Protest gegen Hitler vom Offiziersdienst zurückgetreten.

2001 wurde Franz von Hammerstein mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2003 folgte der Lothar-Kreyssig-Friedenspreis. Beide Preise würdigen seine Verdienste in der Friedens- und Versönungsarbeit, insbesondere auf jüdische und osteuropäische Menschen bezogen.

Der aus seiner Zeit geborene Blick, den Dialog und die Verständigung über kulturelle Unterschiede, über religiöse Bindungen und weltanschauliche Sichtweisen hinweg zu führen, erscheint heute als historisch gewachsener und weiterhin äußerst aktueller Auftrag. Völkerverständigung und Intergrationsbemühungen sind aktuelle Stichworte, die sein Erbe in heutiger Zeit markieren. Diese Aufgabe ist in einer zusammengerückten Welt dringender denn je.

Die Beerdigung wird am Samstag, den 27. August in Berlin stattfinden.

Links:
Eine sehr empfehlenswerte Sammlung von Reden zum 20. Juli 1944 der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Berlin)

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