Was ist bei der Erstellung eines Testamentes zu beachten

Die Vorgaben eines gültigen Testamentes sind zum Glück nicht sonderlich kompliziert. Das mag der Tatsache geschuldet sein, dass üblicherweise Privatpersonen ohne juristischen Hintergrund solche Dokumente erstellen. Wenn Sie also den guten Schritt gegangen sind, sich hier zu informieren, werden Sie feststellen, dass die Erstellung eines Testamentes nicht viel länger dauert, als diese Seite zu lesen.

Schreiben Sie Ihr Testament selbst und von Hand. Schreiben Sie nicht aufgrund einer besseren Lesbarkeit, mit dem Computer oder der Schreibmaschine und diktieren Sie auch keiner anderen Person.

Bei Ehepartnern, die ein gemeinsames Testament aufsetzen, kann das von einem Ehepartner (eingetragenem Lebenspartner) eigenhändig geschriebene Testament vom Partner oder der Partnerin mit unterschrieben werden (BGB § 2267).


  • Beispiel
    Nachdem Sie Ihr Testament mit der Unterschrift abgeschlossen haben, schreibt der Partner: 

    Dies ist auch mein letzter Wille.
    Ort, Datum
    Unterschrift

Enthalten sein müssen der Ort und das Datum der Erstellung,
die vollen Namen desjenigen, der etwas vererben möchte und
derjenigen, die etwas erhalten sollen.

Alternativ können sie ein Testament von einem Notar erstellen lassen. Das ist mit Kosten verbunden und bietet normalerweise keine Vorteile. Wenn allerdings besondere Umstände vorliegen, für die Sie eine Beratung benötigen, kann Ihnen dort weitergeholfen werden.

Grundsätzlich sind Sie vollkommen frei, wen Sie als Erben einsetzen wollen. Ihr Wille geht den gesetzlichen Bestimmungen zur Erbfolge vor. Einen Pflichteilsanspruch müssen Sie weder erwähnen noch berücksichtigen, weil dieser unabhängig eines Testamentes besteht.

Halten Sie Ihr Testament so kurz wie möglich. Je umfangreicher ein Testament geschrieben ist, desto wahrscheinlicher verliert es an Eindeutigkeit und wird damit leichter anfechtbar.

Weitergehend

Wenn sie verfügen wollen, dass verschiedene Menschen einen Anteil an Ihrem Erbe erhalten, sei noch einmal auf den Notar verwiesen, der sicherstellen kann, das keine Widersprüche in den Formulierungen entstehen und ein Testament natürlich auch aufbewahren kann.

In den meisten Fällen wird es genügen, wenn sie einer Person in einem kurzen Testament alles vererben Beginnen Sie mit „Hiermit vererbe ich meine gesamte Habe…“ und nicht mit „Hiermit vermache ich…“. Diesem Menschen können Sie einen unabhängigen Brief beilegen, in dem Sie notieren, worüber Sie sich freuen würden. Dann ist der Erbe zwar an diese Wünsche (rechtlich) nicht gebunden, aber wird wohl doch aller Voraussicht nach entsprechend handeln.

Solche Briefe sind für Hinterbliebene oft sehr wertvoll. Sie wenden sich damit noch einmal an Ihren Angehörigen, der dann eine schwere Zeit erleben wird. „Wenn Du dies liest, bin ich nicht mehr bei Dir…“ Niemand außer Ihnen kann in einer solchen Situation soviel geben, wie Sie selbst. Helfen Sie vielleicht auch, wenn es sonst nirgendwo aufgeschrieben ist, bei den anstehenden Entscheidungen. Niemand denkt darüber gern nach, aber nutzen Sie vielleicht die Gelegenheit etwas zur Bestattungsart, der Grabgestaltung und ähnlichen Dingen zu sagen. Der Verlust eines lieben Menschen kann dazu führen, dass bei einfachsten Dingen plötzlich Unsicherheiten entstehen, die eigentlich klar waren. Ich habe diese Erfahrung selbst gemacht und möchte Ihnen einfach sagen, dass ein solcher Brief aufgrund seiner persönlichen Ansprache, mit ihren Worten und Ihren Formulierungen, die größte Hilfe ist, die in einer solchen Situation erfahren werden kann. Der Mensch an den Sie sich richten ist plötzlich allein und erfährt durch Sie einen Beistand und kann Sie bei sich fühlen.

Jetzt wünsche ich Ihnen alles Gute und dass Sie Ihren Weg finden.

Meik Conrad

Links:

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