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Nokan – Die Kunst des Ausklangs

Termin: ARD – 26.11.2012 – 00:35 – 02:38 – (123 Min.)


Eine andere Kultur des Lebens.
Eine andere Kultur Abschied zu nehmen.

Nokan – Die Kunst des Ausklangs

Masahiro Motoki

  neu EUR 9,99

Information

Der Film beginnt mit einer Krise, wie sie heutzutage von vielen Menschen irgendwann in ihrem Leben erfahren wird. Daigo, dessen Geschichte in "Nokan" erzählt wird, verliert seine Stellung als Cellist, weil sein Orchester aufgelöst wird. Sein Leben verändert sich dadurch grundlegend und verliert den Boden, auf den er vertraut und in den er Zeit, Mühe und Geld investiert hat. Für einen leidenschaftlichen Musiker ein schwerer Schlag.

Der Zuschauer, der dieser Handlung folgt, weiß vermutlich um das Thema des Filmes. Naheliegend ist deshalb die gedankliche Verbindung zwischen diesem Umbruch im Leben von Daigo und dem Abschied von einem lieben Menschen. Das Leben fühlt sich plötzlich anders an, wirft uns aus der Bahn und mitunter entstehen radikale Änderungen. Wir glauben uns nicht mehr auszukennen. In einer folgenden Zeit müssen wir uns neu orientieren. Halt und Sicherheit gehen verloren. Wohin und wie es nun weitergehen soll, scheint ungewiss.

Daigo indess trennt sich leichter von seinem neu erworbenen Cello, als er dachte. Er sucht seine Wurzeln auf, als er mit seiner Frau in seinen Heimatort zurückkehrt und in ein Haus zieht, das ihm seine Mutter hinterlassen hat.

So bildlich, wie dieser Anfang der Geschichte verstanden werden kann, so passend ist die Beschreibung einer beruflichen Tätigkeit, für die er sich interessiert. Er ahnt nicht, was auf ihn als "Reisebegleiter" zukommt. Das lukrative Angebot eines Bestatters, nimmt er dennoch an.

Fortan wird der kulturelle Hintergrund bedeutsamer. Gerade für einen Zuschauer, der die japanischen Riten und Zermonien nicht kennt, entsteht nun eine Spannung und filmische Erfahrungswelt, die vieles verdeutlicht und anregen kann. Während sich die Augen schließen und eine letzte Reise beginnt, werden dem Zuschauer die Augen geöffnet und ihm etwas näher gebracht, das viele scheuen und die Berührung meiden, wenn sie nicht gerade selbst betroffen sind.

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Themwoche zum Thema Sterben und Tod der ARD

vom 17. – 23. November 2012

veranstaltet die ARD eine Themwoche zum Thema Sterben und Tod. Das Programmangebot reicht von dokumentarischen Beitägen über einen Tatort bis hin zu einem Satireprogramm von Dieter Nuhr. Diskussionen runden das Angebot ab.

Ergänzend zur Themenwoche gibt es ein eigenes Internetangebot.
 

Eine Programmübersicht in zeitlicher Reihenfolge

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Zum Tod von Neil Armstrong

Am 25.08.2012 verstorben, wird Neil Armstrong morgen, am Freitag,  in Cincinnati beigesetzt.

Ich finde es immer wieder faszinierend, dass mit den 1969 gegebenen Möglichkeiten eine bemannte Mission zum Mond erfolgreich durchgeführt werden konnte. Symbolisch ist dieses Glanzlicht menschlicher Geschichte kaum noch zu übertreffen. Vielleicht bewegt das Ereignis deshalb auch heute noch so sehr.

Ohne den "kleinen Schritt" für Neil Armstrong hätten es vermutlich auch nicht so viele verschiedenartige, einfache wie unter Einsatz jeder denkbaren Tricktechnik inszenierte, Weltraummärchen auf die Leinwand geschafft. Die Mission von Apollo 11 war letztlich auch, der Menschheit etwas bis dahin phantastisches ins Denkbare näher zu bringen.

Der Mensch ist an jenem 21. Juli sehr augenfällig zum einzigen Wesen dieser Welt geworden, das seinen Herkunftsplaneten verlassen und anderen Boden betreten kann. So werde ich mit meinen Träumen am Freitag, den 31. August 2012 zum Mond, zum Mars und zu den Sternen schauen und einem Neil Armstrong danke sagen, der letztlich gezeigt hat, dass ein noch so fernes Ziel durchaus erreichbar sein kann. Damit hat er Träumen den Mut und die Flügel gegeben sich in die Luft aufzuschwingen und den kurzen oder langen Weg zur Wirklichkeit zurückzulegen. Er ist dabei bescheiden geblieben, und so wird es die Demut sein, die meine Hoffnungen begleitet, wenn ich meinen Blick erhebe und weiß, dass Visionen ihre Zeit brauchen – und auch jene Menschen, die sie teilen und und gemeinsam stark machen.

Ein schöner Gedanke, wenn sich in der Freitagnacht viele Augen auf den Mond richten und einjeder auf seine Art an Neil Armstrong denkt. Ein schöner Gedanke und ein würdiger Abschied, der auf seine Weise viele Menschen miteinander verbindet.

Vielleicht steht die Menschheit eines Tages zusammen, weil sie an gemeinsamen Zielen zueinander findet. Der erste Mensch auf dem Mond könnte ihr Symbol werden.

Link:
"Sein kleiner Schritt auf den Mond versetzte 1969 die Welt in Begeisterung. Astronaut Neil Armstrong ging als Held in die Geschichtsbücher ein. Doch die Herzen der Menschen eroberte er vor allem durch seine Zurückhaltung." […]

 

Quellen:

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Whitney Housten gestorben

Im Alter von 48 Jahren ist Whitney Housten einen Tag vor der Grammy-Verleihung in Los Angeles verstorben, wie CNN berichtet. Aus dem Hotel hattte offenbar der Freund und Sänger Ray-J noch einen Notruf abgesetzt. Eingeleitete Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Todesursache ist unklar. Hinweise auf einen kriminellen Hintergrund gibt es aber nicht.

Der Tod wurde am Samstag, 11.02.2012 um 15:55 Uhr Ortszeit festgestellt.

Sie gehörte zu den ganz Großen der Musikbranche und ist vielen auch aus den Filmen „Bodygard“ und „Rendezvous mit einem Engel“ in guter Erinnerung. Ihre Stimme hat viele Menschen berührt, wie kaum eine andere. Nach mehreren Versuchen dem Alkohol zu entkommen, hatte sie dennoch Schwierigkeiten an ihre alten Erfolge anzuknüpfen und wurde im letzten Jahr sogar von Fans auf der Bühne ausgebuht. So kursieren derzeit Gerüchte, dass Alkohol oder Drogen eine Rolle gespielt haben oder sie den Freitod gewählt haben könnte, die aber allesamt nicht bestätigt sind. Immerhin wollte Whitney Housten nach Medienberichten, auf einem Dinner ein paar Stockwerke über ihrem Hotelzimmer, auftreten. Auch gibt es Meldungen, dass weder Drogen, noch Hinweise auf übermäßigen Alkoholgenuss gefunden wurden, weshalb Vorsicht mit solchen vorschnellen Vermutungen geboten ist. In letzter Zeit gab es eher gute Meldungen und entstand der Eindruck, dass sich die Sängerin gefangen hat und nach vorn sieht.

Statt solchen Spekulationen zu folgen, sollten wir lieber an die Tochter von Whitney Housten denken. Bobbi Kristina ist sehr schnell im Hotel eingetroffen und wurde von der Polizei aufgrund erster Ermittlungen nicht in das Zimmer ihrer Mutter gelassen. Sehr leicht vorstellbar, was diese Situation für die 18jährige bedeutet haben mag und welche Belastungen in nächster Zeit noch auf sie zukommen.

Hören wir schweigend Whitney Housten zu und denken an wundervolle Momente, wenn sie „I will always love you“ singt. Übrigens ihr erfolgreichster Titel.

http://www.youtube.com/watch?v=Fgm2mAEA2Wo

watch?v=Fgm2mAEA2Wo

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Zum Tod von Christa Wolf

Christa Wolf
Kassandra: Erzählung
(Link zu Amazon)

 

  • Taschenbuch:
    178 Seiten
  • Verlag:
    Suhrkamp Verlag
  • ISBN-10:
    3518460528
  • ISBN-13:
    978-3518460528

Christa Wolf war für mich schon aufgrund der Sprache und Bilder immer wieder eine beglückende Entdeckungsreise. Vieles auf und manches zwischen den Zeilen wurde zur inneren Zwiesprache und im ganz direkten Sinne zu einer Unterhaltung. Manchmal fand ich mich sinnend und gedankenhorchend wieder. Etwas zurück lag dann meist der Punkt, der mich wieder aufnehmen konnte. So viel, wie gerade jetzt geschrieben wird und die Bücher von Christa Wolf immer Rezensenten gefunden haben, soll anlässlich ihres Todes hier eine solche, bei ihren Worten beginnende Abschweifigkeit, einen Niederschlag finden.

 
"Lebt der Gedanke, einmal in der Welt, in einem anderen fort."
(Kassandra: Erzählung, S.10)

Vielleicht haftet er dieser anderen Person nicht gleich lebensgeschichtlich und innerlich gewachsen an, wie dem ursprünglichen Denker, aber gleichso verwoben kann er dennoch sein – und wie zu einem eigenen Gedanken werden. Zuweilen mag es vorkommen, dass sich zwei Geister treffen, die einen gleichen Gedanken mit sich tragen, aber worin liegt der Unterschied? Doch letztlich nur im eigen gefühlten Ursprung, der nicht ohne Vorbereiter und Zusprecher gewesen ist.

Was gehört uns schon an innerem Sein? Mit der Welt und unserem Leben ist etwas in uns gewachsen, manches gereift, anderes ohne Aufmerksamkeit, als Same schon, im Verborgenen geblieben. Anderes hat Zeit gefunden, wurde beachtet, bekam für eine Weile einen wohlwollenden Blick, aber blieb weit vor einer Blüte auf einer anderen Wiese zurück, die wir nicht grundlos, sondern von unserem Leben getrieben und innerem Wollen und Drängen folgend, aus unterschiedlichen Gründen verlassen haben. Manchmal kehren wir zurück, erinnern uns, nehmen alte Plätze wieder ein.

Diese Bewegung und der aus ihr entstehende innere wie äußere Weg, ist es vielleicht, dem wir eigentlich Ich und Leben abgewinnen, unser Anteil, ein Eigenes und ebenso auch unsere Natur und unser Standort als Ufer. Was wir dabei aber finden, denken, fühlen und in der Folge eine sinnliche Gestalt an unserem Wesen findet, ist wie der Morgendunst, der vordem im Boden auf die wärmende Sonne gewartet hat und dessen Feuchte, mit seinem Erscheinen und ohne ihn, immer ein Teil dieser Welt sein wird.

So wie Dunst und Nebel sind auch wir letztlich nur eine flüchtige Erscheinung, ein Spross der Welt, dem sie in ihrem größeren Lauf von Werden und Vergehen einen kleinen geschenkt hat.

Würde nichts vergehen, könnte ein Neues nicht entstehen. Was uns bleibt, ist die Dankbarkeit, die Dankbarkeit der Zurückbleibenden, die ihre Zeit noch teilen und mit ihr wachsen und reicher werden.

An einer Ewigkeit haben und bewahren wir aber unseren Anteil. An der Ewigkeit dieser Welt, deren Kinder wir in einem größeren Schönen bleiben.

Christa Wolf wird kein Buch mehr schreiben, aber ihre Worte werden noch viele Gedankenstunden stiften und jeden bereichern, der sich aufmacht, diesen Schatz zu heben.

"Wohin ich blicke oder denke, kein Gott, kein Urteil, nur ich selbst. Wer macht mein Urteil über mich bis in den Tod, bis über ihn hinaus, so streng."(Kassandra: Erzählung, S.32)

"Und dann die Stille. Penthesilea. Laß uns tauschen. He. Liebchen. Nichts ist süßer als der Tod. Komm, Freund, und steh mir bei. Ich kann nicht mehr."(Kassandra: Erzählung, S. 158 f)

Christa Wolf ist mit 82 Jahren am 01. Dezember 2011 in Berlin verstorben. Geboren wurde sie am 18. März 1929 in Landsberg/Warthe als Kind von Kaufleuten. Seit 1951 war sie mit dem Schriftsteller Gerhard Wolf verheiratet. Zahlreiche Preise würdigen ihr Werk.

Ihre wichtigsten Werke:
"Der geteilte Himmel“ (1963), "Nachdenken über Christa T.“ (1968), "Kindheitsmuster“ (1976), "Kein Ort. Nirgends“ (1979), "Kassandra“ (1983), "Störfall“ (1987) und "Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud" (2010)

 

weiterführend:

Zeitungsartikel:

  • Zeit (01. Dezember 2011)
     […] "Sie war eine der wichtigsten Schriftstellerinnen der deutschen Nachkriegszeit und moralische Instanz der DDR" […]
     
  • Welt (01. Dezember 2011)
    […] "Als die DDR kollabierte, sprach sie sich für eine Fortsetzung des sozialistischen Weges aus." […]
     
  • Sueddeutsche (01. Dezember 2011)
    […] "Christa Wolf war Kassandra, sie war "IM Margarete", sie war die Rednerin des 28. Oktober 1989, sie war die Autorin, die laut einem Verleger-Bonmot "keine Distanz zu ihren Figuren" fand. Sie war Sozialistin, Mitglied der SED und Ausgestoßene," […]
     
  • Frankfurter Allgemeine (01. Dezember 2011)
    "Literatur war für sie der Passierschein in eine Möglichkeitswelt: Christa Wolf suchte zeitlebens den Anschluss an das, was sie für wahr hielt." […]
     
  • Spiegel (01. Dezember 2011)
    […] "in ihren Arbeiten offenbarte sie nicht nur ihre ambivalente Haltung sich selbst gegenüber – sondern vor allem gegenüber den politischen Systemen" […]

  • Stern (01. Dezember 2011)
    "In Ost und West wurde sie gelesen und verehrt: Christa Wolf, eine der bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwart, ist tot." […]
     
  • Focus (01. Dezember 2011)
    "Moralische Instanz von Weltrang" […]

     

     


    Schriftstellerin Christa Wolf ist tot: Moralische Instanz von Weltrang – weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/kultur/buecher/christa-wolf-ist-tot-moralische-instanz-des-anderen-deutschlands_aid_689654.html

     

     

  • Tagesschau (01. Dezember 2011)
    […] wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Georg-Büchner-Preis, der Thomas-Mann-Preis und der Uwe-Johnson-Preis. 2002 erhielt sie den Deutschen Bücherpreis für ihr Lebenswerk, weil sie sich nach Ansicht der Jury "mutig in die großen Debatten der DDR und des wiedervereinigten Deutschland eingemischt" […]
    (dort auch Video aus den Tagesthemen)
     

Christian Wulff: "Ihre Literatur hat die Menschen in unserem Land bewegt und begeistert und zum Nachdenken gebracht."
 

 

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Die unfreiwillige Organspende – Organhandel heute

Welt Online berichtete am 18.11.2011 unter der Überschrift
Das blutige Geschäft mit Organen vor Israels Grenze
über Vorfälle von Organraub in der Sinai-Wüste Ägyptens.

Demnach entnehmen Ärzte aus Kairo, in Zusammenarbeit mit Beduinen, gesunden und möglichst jungen Flüchtlingen aus dem Sudan und Eritrea Organe, die sich gut verkaufen lassen.

Abgesehen vom Waffenhandel sei der Organhandel heutzutage das profitabelste Geschäft geworden. Im Artikel wird auf einen Fall aus den USA verwiesen und verdeutlicht, dass der illegale Handel weltweit blüht und weiter wächst. Durchschnittlich gestiegene Wartezeiten, eine älter werdende Bevölkerung in den Industrieländern und häufiger auftretendes Diabetis bescheren steigende Gewinne. Der reine Gewinn aus dem Verkauf einer Niere kann geschätzte 50.000 bis 70.000 Dollar betragen.

„Wenn die Ärzte in ihren schweren Geländewagen abfahren, bleiben die aufgeschnittenen und nur dürftig wieder zusammengenähten Leiber als menschlicher Abfall im Wüstensand zurück.

Blutend verenden sie qualvoll unter der heißen Wüstensonne. Und bald schon lebt irgendwo ein wohlhabender Mensch mit ihrer Leber oder ihren Nieren.“ (Zitat: Welt Online)

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Der Dorotheenstädtische Friedhof in Berlin

Die „Deutsche Welle“ zeigt in einer kleinen Bilderfolge, welche bekannten Grabstellen auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin Mitte zu finden sind. Zu sehen sind neben denen anderer Persönlichkeiten die Grabsteine von Arnold Zweig, Anna Seghers, Johannes R. Becher, Berthold Brecht und die Büste von Heinrich Mann.

Die ersten Bestattungen fanden auf dem Friedhof 1770 statt. Diesem Alter, den schmuckvollen Grabanlagen und den Persönlichkeiten, die dort ihre letzte Ruhe gefunden haben, verdankt der Friedhof, dass er insgesamt 1983 unter Denmalschutz gestellt wurde. Zeit, Krieg, Zerstörung und Diebstahl sind an diesem Ort der letzten Ruhe aber nicht spurlos vorbei gegangen. Umfangreiche Restaurationsarbeiten sind für den Erhalt und die Pflege notwendig.

Institutionen des Berliner Kunst- und Geisteslebens waren in den zugehörigen Stadtteilen des Friedhofs zu finden. So wundert kaum, dass in diesem Gebiet Menschen lebten und starben die künstlerisch-intellektuell für ihre Zeit bedeutsam waren und uns auch heute noch weitgehend bekannt sind.

Der Friedhof wurde mehrfach vergrößert, aber ein Teil wurde auch stadtplanerischen Gesichtspunkten geopfert. Die 1889 bei der Hannoverschen Straße vollzogene Anpassung  an die Verkehrsverhältnisse, führte unter anderem zu einem Umzug der Gräber von Johann Gottlieb Fichte (verstorben 1814) und Georg Wilhelm Friedrich Hegel (verstorben 1831).

Arbeiten aus Gusseisen, Stein und Marmor sind auf dem Friedhof sehenswert. Die Gestaltung der Grabanlagen reicht von schlicht bis prunkvoll, vom Einzelgrab bis beispielsweise zum großen Hoffmann-Familiengrab. Figuren geraten zwischendurch ins Blickfeld, Ausschmückungen zeugen von großer Handwerkskunst. Philosophen, Schriftsteller, Schauspieler, Maler und Baumeister haben hier ihre Ruhe gefunden. Politiker, Journalisten und andere Personen des öffentlichen Lebens ebenso.

Auch aus neuerer Zeit gibt es Gräber, wie beispielsweise das von Heiner Müller von 1995. Unter den über 200 Friedhöfen Berlins, ist dieser ein ganz besonderer und eine ruhevolle Stätte gegenüber dem Troubel der übrigen Stadt.

mediacenter.dw-world.de

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Gabriele Wohmann – Sterben ist Mist, der Tod aber schön

Wohmann, Gabriele
Sterben ist Mist, der Tod aber schön
(Link zu Amazon)

  • Gebundene Ausgabe:
    120 Seiten
  • Verlag:
    Kreuz Verlag; Auflage: 1
    (11. Jan 2011)
  • ISBN-10: 345161023X
  • ISBN-13: 978-3451610233
Gabriele Wohmann hat mit “Sterben ist Mist, der Tod aber schön” ein eher persönliches Buch aus ihrer Perspektive auf den Tod geschrieben. Das Buch ist weniger traurig als vielleicht zu erwarten wäre. Vielmehr schreibt die Autorin aus ihrer sehr eigenen Sicht, mit welchen Hoffnungen und Vorstellungen der Tod für sie verbunden ist. Ganz alltägliches wird zu einem Ausblick und schafft hoffende und auch bunte Verbindungslinien. Sie rutscht dabei aber nicht in die Banalität, ins Naive oder in eine abgehoben illusiönäre Traumwelt. Auch die Autorin fühlt Ängste und hört innere Zweifel. Hoffen oder etwas Wünschen und ausmalen ist bei ihr keine Verdrängung oder eine Flucht, die mit dicken Farben einen jähen Abgund zupinselt. Nein, gerade die spürbare Ambivalenz, das Wanken aus einer hoffenden Grundhaltung heraus, gibt dem Leser Möglichkeiten anzuknüpfen und eigene Haltungen ansprechen zu lassen. Der innere Dialog beim Aufnehmen der Zeilen mag selbst dann noch gelingen, wenn die eigenen Sichtweisen ganz andere sind, der christliche Himmel sehr fern liegt. Gabriele Wohmann öffnet nur eine Tür, ihre ganz eigene und der Eine mag hindurchgehen und der Andere bleibt vielleicht auf dem Absatz stehen und schaut nur zu. Wer die Tür oder den Buchdeckel aber nicht gleich wieder schließt, weil er das Thema lieber tief verbuddelt, dem öffnet sich eine kleine Hoffnungsoase, ein Lichtspiel auf bunten Blumen mit christlichen Wurzeln, durch die auch der Wind fahren darf.

So könnte das Zitat von Hebbel, dass Sie in ihren einleitenden Zeilen aufgreift, auch ein Motto sein:

”Wenn wir einschlafen, wacht Gott in uns auf”.

Das darf jeder auch als Frage verstehen und neu für sich beantworten, ob der Tod die Transformation der Seele in einen anderen Zustand oder das alles besiegelnde Ende ist.

 

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TV-Hinweis – Typisch! Alles für den letzten Auftritt
NDR: Do 03.11.2011 – 18:30 Uhr

30-minütiger Film über einen Bestatter aus Lübeck. Der Film zeichnet ein Portrait und fragt nach den Gedanken eines Menschen, der täglich mit dem Tod umgeht.

Link: Weitere Informationen bei der ARD

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Können Sie sich vorstellen bei einer Bestattung als Angehöriger mitzuhelfen?

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Umfrage auf Facebook




 

 
Unabhängig davon, ob Sie Facebooknutzer sind, können Sie gern auch hier zu dieser Fragestellung etwas schreiben. Vielleicht beginnen Sie trotzdem damit, für welche Antwort Sie sich entschieden hätten.

 

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Theater: „Der gute Tod“

Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin hat sich einem schwierigen Thema angenommen. Gemessen an den Kritiken zur Uraufführung weithgehend mit Erfolg.
Der gute Tod“ thematisiert die Sterbehilfe auf der Bühne.

Um eine unheilbare Erkrankung an Lungenkrebs nicht durchleiden zu müssen, möchte Bernhard freiwillig aus dem Leben scheiden. Dabei soll ihm ein befreundeter Arzt helfen, der Erfahrungen auf dem Gebiet hat. Am Vorabend der todbringenden Spritze versammeln sich Menschen um Bernhard, die in seinem Leben wichtig waren. Der letzte Abend spannt sich zwischen alte Konflikte und notwendigen Abschied.

Erfreulich, dass im Kulturbetrieb Platz für ein solches Stück ist und ein über die Köpfe von Bürgern hinweg entschiedenes Thema aufgegriffen wird. Schlimm, dass Deutschen in einer solchen Situation nur der Weg in die Niederlande oder in die Schweiz bleibt. Das Stück ist ein Angebot zur eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Bleibt zu hoffen, dass irgendwann auch die Ärzte in Deutschland begreifen, dass sie es sich mit ihrer letzten Entscheidung zu einfach gemacht haben. Immerhin ist die Medizin teils auch Ursache einer verlängerten Lebens- aber eben auch Leidenszeit. Sich als Arzt aus der Verantwortung zu stehlen, wird dem kaum gerecht.


Termine:

  • So, 4. September 2011, 18.00 Uhr
  • Fr, 9. September 2011, 19.30 Uhr
  • So, 25. September 2011, 18.00 Uhr
  • Sa, 8. Oktober 2011, 19.30 Uhr

Dieser Text  darf unter diesen Voraussetzungen mit folgender, unveränderter Quellenangabe im Internet verwendet werden:

Quelle: www.lebensabschied.org, Meik Conrad, 30.08.2011,
http://www.lebensabschied.org/2011/08/theater-der-gute-tod/


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Loriot – Vicco von Bülow – ist am 22. August 2011 im Alter von 87 Jahren gestorben

Foto aus Wikipedia

Wenige Menschen haben mich so oft und herzlich zum Lachen gebracht, wie „Loriot“ – Vicco von Bülow. Sofort denke ich an die zwei gezeichneten, einander fremden Herren, die schließlich gemeinsam mit einer Plastikente in der Badewanne sitzen. Das Modell Trulleberg, dessen Schubladen im Geschäft wie zu Hause nur rüttelnd herauszubewegen sind, ist eine unvergessene Freude. Und im gleichen Film denke ich auch an das Ehepaar, das nach einer Vorführung einen Kleiderschrank abstützt, während „Loriot“ zur nächsten Aufgabe eilt. Viele Szenen aus den Filmen und kurze Sketche fallen mir ein. Zu viele, um sie hier alle aufzuführen.

Ihnen werden ebenfalls sofort die Momente einfallen, an denen sie herzlich aufgelacht haben. Sie bleiben einfach im Kopf und bereichern. Ich möchte keinen weiteren langen Nachruf schreiben, von denen dieser Tage noch manche erscheinen werden, aber danke möchte ich sagen. Danke Vicco von Bülow für die vielen schönen Stunden, die uns einfach geschenkt wurden und die so ein herrliches Schwelgen im gemeinsamen Lachen waren.

Ich glaube fast nichts verbindet mehr, als gemeinsam zu lachen. „Loriot“ wird uns bleiben und hoffentlich noch oft Tränen lachen lassen – die auch an ihn denken.

Danke, dass Sie, Vicco von Bülow, hier unter uns gewesen sind.

Bildquelle:
Wikipedia – http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Vicco_von_buelow_loriot_08_2005.JPG

Links:

Bildersuche - Loriot

Vorschau - Google

 

Videos bei YouTube:

  • Loriot-Der Nudelsketch

http://www.youtube.com/watch?v=USTEzlPrcPk


     

  • Der Lottogewinner Erwin Lotteman

http://www.youtube.com/watch?v=Sn9qBx20YZ0&feature=related

– Die Beerdigung soll im engsten Familienkreis stattfinden –
Deshalb wird der Termin der Trauerfeier nicht bekannt gegeben


Unter folgenden Voraussetzungen darf dieser Text auf anderen Seiten im Internet verwendet werden:

– der Text muss in seiner Gesamtheit wiedergegeben werden
– die Domain und Meik Conrad als Autor müssen benannt werden
– das originale Veröffentlichungsdatum muss angegeben werden
– die Original-URL muss ausgeschrieben und als Link anklickbar sein

=> diese Angaben und der Artikel dürfen nicht getrennt werden (müssen auf einer gemeinsamen Seite erscheinen)

Für diesen Artikel können Sie folgende Zeilen kopieren und auf Ihrer Seite einfügen
(der Kurzlink ist otional):

Quelle: www.lebensabschied.org, Meik Conrad,  24.08.2011,
http://www.lebensabschied.org/2011/08/loriot-vicco-von-buelow-im-alter-von87-jahren-verstorben/

Kurzlink: http://www.lebensabschied.org/?p=1222



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Franz von Hammerstein ist am 15.08.2011 im Alter von 90 Jahren verstorben

Er war neben Lothar Kreyssig Mitbegründer und lange Zeit Vorsitzender der Aktion Sühnezeichen und daher vielen Menschen bekannt. Die Auseinandersetzung mit dem Krieg, aus der Schuld der Deutschen an den Naziverbrechen heraus und der Wunsch nach Versöhnung und Frieden, haben sein Leben geprägt. Als Grundstein für dieses Engagement kann seine Zeit im Gefängnis Moabit und später in den Konzentrationslagern Buchenwald, Regensburg und Dachau gesehen werden. Dort war er als 23-jähriger interniert, weil sich seine Brüder am Stauffenberg-Attentat gegen Hitler beteiligten. Schon sein Vater war 1943 aus Protest gegen Hitler vom Offiziersdienst zurückgetreten.

2001 wurde Franz von Hammerstein mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2003 folgte der Lothar-Kreyssig-Friedenspreis. Beide Preise würdigen seine Verdienste in der Friedens- und Versönungsarbeit, insbesondere auf jüdische und osteuropäische Menschen bezogen.

Der aus seiner Zeit geborene Blick, den Dialog und die Verständigung über kulturelle Unterschiede, über religiöse Bindungen und weltanschauliche Sichtweisen hinweg zu führen, erscheint heute als historisch gewachsener und weiterhin äußerst aktueller Auftrag. Völkerverständigung und Intergrationsbemühungen sind aktuelle Stichworte, die sein Erbe in heutiger Zeit markieren. Diese Aufgabe ist in einer zusammengerückten Welt dringender denn je.

Die Beerdigung wird am Samstag, den 27. August in Berlin stattfinden.

Links:
Eine sehr empfehlenswerte Sammlung von Reden zum 20. Juli 1944 der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Berlin)

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Melodram „Hand in Hand“

ZDF zeigt das Melodram „Hand in Hand“ mit Corinna Harfouch
Hannoversche Allgemeine

Aber besonders erstaunlich ist, mit welcher Selbstverständlichkeit hier vom Sterben, von der Vergänglichkeit erzählt wird, einfühlsam, aber nie kitschig. Eine exzellente Leistung von Regisseur Thomas Berger („Kommissarin Lucas“) und seinem

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Kondolenzbuch nach dem Anschlag in Norwegen

Die Deutsch-Norwegische Freundschaftsgesellschaft bietet im Internet eine Möglichkeit an, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. Viele haben diese Möglichkeit schon wahrgenommen, um ihre Betroffenheit zum Ausdruck zu bringen. Mit viel Achtung begegenen Menschen auch dem Umgang Norwegens mit diesem Anschlag.

Besonnen setzen Norweger in diesen Tagen, trotz der Trauer im Land, ein starkes Zeichen für den Frieden, die Integration und das Miteinander der Kulturen. Dieser demokratische Geist wirkt hoffentlich weit über die Grenzen hinaus. Seine bittersüßen Früchte stärken und geben etwas Licht in diesem dunklen Kapitel.

Zum Kondolenzbuch der Deutsch-Norwegischen Freundschaftsgesellschaft.

Auch hier können Sie Ihre Gedanken und Ihr Mitgefühl frei äußern.

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Blick in die Woche – August 2011

Ab diesem Monat gibt es eine eigene Seite für Nachrichten. Nutzen Sie bitte den Menüpunkt „Meldungen“ oder folgen Sie diesem Link für Meldungen aus dem August 2011.

Blick in die Woche – Juli 2011

25. – 31. Juli

18. – 24. Juli

11, – 17. Juli

04. – 10. Juli

01. – 03. Juli

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Präimplantationsdiagnostik PID

06. Juli 2011

Und wieder wird über Leben und Tod entschieden. Am Donnerstag geht es um die Präimplantationsdiagnostik (PID). Der Bundestag entscheidet über die Zulassung oder Ablehnung. Nicht nur das Ergebnis scheint offen zu sein. Bisher ist nichteinmal klar, ob in geheimer oder offener Abstimmung entschieden wird. Es geht darum, ob künstlich befruchtete Eizellen auf genetische Defekte hin untersucht werden dürfen oder nicht. Drei Varianten stehen zur Wahl:

  1. völlige Ablehnung der PID,
  2. zulassen, wenn die Eltern genetisch vorbelastet sind oder eine Tot- / Fehlgeburt wahrscheinlich ist
  3. eine grundsätzliche Ablehnung mit Ausnahmen, wenn die Lebensfähigkeit des Kindes fraglich erscheint.

Zu dem Thema mag man ja unterschiedlicher Meinung sein können, aber

  • würde eine komplette Ablehnung nicht dazu führen, dass eine befruchtete Eizelle besser geschützt ist, als der Embryo im Mutterleib?
  • sollten Eltern, die auf natürlichem Wege keinen Nachwuchs zeugen können und bei denen die Weitergabe erblicher Vorbelastungen wahrscheinlich ist, nicht lieber empfohlen werden ein Kind zu adoptieren, statt sich auf das „Abenteuer“ künstliche Befruchtung einzulassen?
  • wenn die Wahrscheinlichkeit einer Tot- / Fehlgeburt oder einer die Lebensfähigkeit des Kindes in Frage stellenden Behinderung so hoch ist, dass dringend eine PID durchgeführt werden sollte, ist es dann nicht von Eltern ein unverhältnismäßiger Egoismus, dieses Leben trotzdem (künstlich) zu zeugen?

Stimmig zu bisherigen Regelungen scheinen die zur Abstimmung stehenden Punkte nicht zu sein. Nicht zu erkennen ist ferner, welche Werte oder auch nur logisch denkender Menschenverstand zu einer Entscheidung führen sollen. Das nennt sich wohl Politik…

 

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Tillmann Uhrmacher

Eine treue Fangemeinde landet immer wieder auf diesen Seiten, obgleich eigentlich nur Links zu finden sind. Hier deshalb ergänzend die Todesanzeige aus der Zeitung. Diese kann auch nachbestellt werden, wenn jemand die Anzeige gern hätte (Ausgabe vom 15. Juni 2011).

Zur Todesursache, wonach ebenfalls immer wieder gefragt wird, lauten die Meldungen, dass Tillmann Uhrmacher an Herzversagen verstorben ist. Seit März schon soll er schwer krank gewesen sein. Alle weiteren Meldungen sind Vermutungen oder Spekulationen zu denen sich die Familie nicht geäußert hat, was respektiert werden sollte.

(Quelle: Echo Zeitungen GmbH)

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Die besten Beerdigungen der Welt

Ein Buch darüber, wie Kinder spielen. Nachdem ein Beerdigungsinstitut gegeründet ist, werden viele kleine Tiere zu Grabe getragen. Der Tod wird also eine Entdeckung in der direkten Umgebung. Die kleinen Geschöpfe, von der Hummel über Maus und Igel bis zum Hamster aus der Nachbarschaft, werden in der Nachahmung Erwachsener mit allen Ritualen würdevoll behandelt. Schließlich erleben die Kinder sogar einen sterbenden Vogel. Kinder wie ältere Leser können dabei etwas lernen.

Kinder finden ihrem Alter entsprechend eine „Anleitung“ zum Spielen. Sie können dabei handelnd in ihr Leben aufnehmen, was schwer erklärt werden kann und schaffen sich einen eigenen Erfahrungsraum, Sie imitieren Trauer und sind wie im Buch besser vorbereitet, wenn sie ihr das erste mal aus echtem Empfinden begegenen. Die Anschauung vermittelt ihnen, dass ein solcher Verlust etwas natürliches ist – ein fester Bestandteil der gesamten belebten Natur. Sie lernen durch gemeinsame Rituale sich weniger ohnmächtig zu fühlen.

Eltern lernen, wie Kindern vielleicht besser als mit Worten, ein eigener Umgang mit dem Thema möglich wird. Auch kommen fast unweigerlich Erinnerungen an die eigene Kindheit zurück, die den unbefangenen Blick dieser unmittelbar verstehenden Lebenszeit wieder öffnet. Der durchscheinende Humor wird Kindern selten deutlich werden, gibt der Geschichte aber eine gewisse Leichtigkeit – so wie die Kinder am nächsten Tag etwas anderes spielen und von solchen Inhalten nicht vereinnahmt werden.

Dem Kinderbuch gelingt eine gute Heranführung an ein schwieriges Thema und kann ein anregender erster Schritt sein, auch mit diesem Teil der Wirklichkeit umzugehen. Wenn Kinder sich für den Tod zu interessieren beginnen, ist das Buch eine sehr schön illustrierte und geeignete Antwort.

 


Ulf Nilsson (Autor), Eva Eriksson (Illustrator)
Die besten Beerdigungen der Welt (Link zu Amazon)

  • Gebundene Ausgabe: 40 Seiten
  • Verlag: Moritz
  • ISBN-10: 3895651745
  • ISBN-13: 978-3895651748

 

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Ernest Hemingway – Todestag

02.07.2011

Heute vor 50 Jahren war der Todestag von Ernest Hemingway. Er hat das Leben mit dem Schreiben verbunden und nicht umgekehrt. Die Jagt, der Stierkampf und das Fischen waren neben dem Krieg und der Liebe immer wieder seine großen Themen. Daneben waren es aber auch ganz alltägliche Situationen, wie der Besuch in einem Café, denen er eine Geschichte oder einen Romanabschnitt abgewinnen konnte. Mit 18 Jahren als Reporter in die publizierende Zunft eingetreten, hat er viele Grundlagen und Techniken des Schreibens kennengelernt und in seine späteren Werken aufgenommen. Ein langer Aufenthalt in Paris brachte ihn mit anderen Schriftstellern zusammen und hat seinen Stil weiter geformt. „Paris ein Fest fürs Leben“ entsteht erst 40 Jahre später im Rückblick. Wer in Paris war, wird auch heute noch manches wiedererkennen.

Paris war nicht seine letzte Station. In Europa waren es vor allem die Schweiz, Italien und Spanien, die er später besuchte und dort auch lebte. Die Großwildjagt führte ihn nach Afrika – „Die grünen Hügel Afrikas“ erschienen 1935. Nach einer Zeit auf den Florida Keys lebte er längere Zeit auf Kuba, das er nach der Revolution verließ. Eine neue Bleibe fand er auf den Bahamas.

1954 erhielt er den Literaturnobelpreis für «Der alte Mann und das Meer». Die auf Kuba spielende Geschichte ist nicht mehr dort geschrieben. Den alten Mann, den Hemingway zur Vorlage für sein Buch genommen hat, gab es wirklich. Gregorio Fuentes ist erst 2002 im Alter von 104 Jahren verstorben. Hemingway selbst hat allerdings jeden Zusammenhang zwischen der Figur des alten Mannes und einer lebenden Person geleugnet.

Die andere Seite dieses intensiven Lebens war eine manisch-depressive Erkrankung und ungebremster Alkoholkonsum. Ernest Hemingway erschoss sich mit 61 Jahren – im gleichen Lebensjahr wie schon sein Vater 1928.

„Bringen sich viele Männer um, Daddy?“
„Nicht sehr viele, Nick.“
[…]
„Ist Sterben schwer, Daddy?“
„Nein, ich glaube, es ist ziemlich leicht, Nick. Es kommt darauf an“
Sie saßen im Boot, Nick im Heck; sein Vater ruderte. Die Sonne stieg über den Bergen auf. Ein Barsch schnellte hoch und machte einen Kreis im Wasser. Nick ließ seine Hand im Wasser schleifen. Es fühlte sich warm an im schneidenden Morgenfrost.
Am frühen Morgen auf dem See, als er im Heck des Bootes seinem rudernden Vater gegenüber saß, war er überzeugt davon, dass er niemals sterben würde.

(aus Ernest Hemingway, „Indianerlager“)

Ernest Hemingway
Die Stories
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  • Gebundene Ausgabe: 500 Seiten
  • Verlag: Rowohlt
  • ISBN-10: 9783498091835
  • ISBN-13: 978-3498091835
  • ASIN: 3498091832
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Sterbehilfe nach dem Ärztetag

Auf dem letzten Ärztetag vom 31.05. bis 03.06.2011 haben sich Mediziner gegen eine begleitete Selbsttötung, also gegen die Sterbehilfe ausgesprochen. Für diese Entscheidung wurden 166 Stimmen gezählt, dagegen waren 56. Es handelt sich somit keinesfalls um eine knappe Entscheidung. Klar muss gesagt werden, dass nicht die aktive Sterbehilfe diskutiert wurde, sondern ausschließlich die passive. Diese beinhaltet die Bereitstellung eines tödlichen Mittels, dass ein Patient selbst und aus freiem Willen einnimmt. Nach bisheriger Berufsordnung durften Ärzte den Tod nur nicht aktiv herbeiführen. Ärzte fühlen sich nach diesem Beschluss, gemäß ihres hippokratischen Eides, nur dem Leben verpflichtet.

Die fraglos komplizierten Überlegungen, in welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen ein freiwilliger und würdevoller Tod eine medizinische Begleitung erfahren sollte, wurden ausgespart. Aus medizinischer Sicht soll jedes Leiden bis zu seinem „natürlichen“ Ende durchlebt werden. Diejenigen, die sich dennoch für einen Freitod entscheiden, sind weiterhin gezwungen sich Hilfe im Ausland zu suchen oder ihren Tod mit eigenen Mitteln herbeizuführen. Der Versuch einer Selbsttötung ohne medizinischen Beistand bedeutet ein ungleich höheres Risiko des Scheiterns, auch mit zusätzlich einschränkenden Folgen.

Diese klare und einseitige Verpflichtung der Ärzte erstaunt. Sind es nicht Ärzte, die Abtreibungen unter bestimmten Indikationen vornehmen? In bestimmten Fällen einer sicheren Behinderung wird sogar noch kurz vor der Geburt das Kind im Mutterleib getötet. 2010 gab es laut Ärzteblatt 110 400 Schwangeschaftsabbrüche.
Geht es in allen Fällen von Ärzten befürworteter und durchgeführter Abtreibungen um den Lebenserhalt der Mutter oder um die sichere Diagnose, dass ihr Kind nicht lebend zur Welt kommen wird? Bei einer Abtreibung wird sogar von fremder Seite über Leben entschieden. Das passiert bei fast jeder 6. Schwangerschaft: Im Jahr 2010 wurden 678.000 Geburten verzeichnet.

Vieles ließe sich vertiefen und manches bleibt zu diskutieren. Der Beschluss, als Ausdruck des Selbstverständnisses von Ärzten, liefert keinen Hinweis, was sie unter dem Wohl oder der Würde eines Menschen verstehen. Medizinische Fortschritte haben unser Leben verändert. In Grenzbereichen wird definiert, was Leben oder was Tod ist. Krankheiten können überwunden werden, mit andern ist die Lebenserwartung deutlich gestiegen. Zu erwarten wären differenzierte Antworten. Fraglich scheint, ob ein Erhalt des Lebens als einzig handlungsbestimmend ausreichend ist. Schon in der Abtreibungsfrage sehen Ärzte das offensichtlich anders.

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Blick in die Woche – Juni 2011

27. – 30. Juni

20. – 26. Juni

13. – 19. Juni

06. – 12. Juni

01. – 05. Juni

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Saltatio Mortis – Nichts bleibt mehr
[Der Tod – oder unser Tod]

Salto Mortis heißt übersetzt Totentanz. Die deutsche Band wird der Mittelalterszene zugeordnet. Entsprechend treten sie unter anderem auf Mittelaltermärkten auf und haben in der Szene einen recht hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Mit alten Instrumenten und elektronischer Unterstützung reicht das musikalische Spektrum vom Folk bis zum härteren Rock.

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Organspende

Politiker gehen einer Neuregelung der Organspende (Tagesschau.de 28.06.2011) entgegen. Nach gegenwärtigem Stand sollen Bürger verpflichtet werden, zu Lebzeiten eine Entscheidung zu treffen. Bisher konnte auf freiwilliger Basis durch einen Organspendeausweis oder durch Angehörige zugestimmt werden.

Wie kompliziert es wird, wenn jemand im Verlauf seines Lebens seine Meinung ändert, bleibt abzuwarten. Insgesamt scheint es weniger um Aufklärung zu dem Thema zu gehen, sondern ist als klares Ziel festzustellen, dass neue und vor allem mehr Organspender gewonnen werden sollen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schweigt hartnäckig zu diesem Thema. Wer dort von sich aus Informationen sucht, findet eher Werbung  als neutrale Aufklärung aus verschiedenen Blickwinkeln. Vor jeder Information steht als erstes oben auf der Seite:

"Unterstützen Sie die ORGANPATEN mit Ihrer Stimme. Jetzt mitmachen auf www.organpaten.de"

Lange schon müsste sie ihrer Aufgabe nachkommen, denn bevor Bürger eine Entscheidung treffen, sollten sie mit einem gewissen zeitlichen Abstand umfassend aufgeklärt werden.

Während einseitige Dauerberieselung der Medien unterschwellig immer wieder suggeriert, dass ein guter und mitmenschlich denkender Mensch eigentlich gar nicht gegen die Organspende sein kann, soll hier wenigstens mal aufgezeigt werden, warum jemand dagegen sein könnte. Immerhin sind, soweit den Umfragen geglaubt werden kann, 25 % nicht damit einverstanden. Das Verhältnis zur Orgnaspende ist ein persönliches. Sachliche Informationen wären eine Ergänzung, die aber medial recht einseitig pro Organspende weitergegeben werden. Deshalb geht es hier ausdrücklich um die andere Seite – ohne jemandem seine Spendenbereitschaft ausreden zu wollen.

Vorab: Die Organmafia ist kein Gerücht und eine fast schon selbstverständlich zu nennende Folge der Transplantationsmedizin.

15.12.2010 Kosovo-Premier Thaçi soll an Organmafia beteiligt sein:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,734741,00.html

08. Februar 2008  Nepal Organhändler besorgte Nieren mit Pistole

http://www.oe24.at/welt/weltchronik/Organhaendler-besorgte-Nieren-mit-Pistole/244463

Die Liste ließe sich fortsetzen und zeigt nur zwei beliebige Beispiele aus verschiedenen Jahren.

 

Inzwischen versterben die Menschen nicht mehr ganz so schnell nach einer Transplantation, aber jeder sollte klar wissen, dass die Lebenserwartung mit einem transplantierten Organ deutlich unter dem Durchschnitt der Altersgruppe liegt. Nach der ersten Transplantation eines Herzens 1967 lebte der Patient noch 18 Tage. Darüber, ob solche “lebensverlängernden” Operationen fragwürdig sind oder mit dem Argument der Forschung und des Fortschritts gerechtfertigt werden, kann gestritten werden. Auch heute noch erkennt der Körper fremdes Gewebe. Abstoßungsreaktionen werden mit Medikamenten behandelt. Die eigentlich lebensnotwendige Immunabwehr wird mit einem fremden Organ zum Nachteil und unterdrückt. Dabei wird der Körper insgesamt in Mitleidenschaft gezogen. Die  Nebenwirkungen der Immunsuppressiva reichen vom Haarausfall über Magen-Darm-Probleme bis hin zu Krebs. Eine verstärkte Infektionsanfälligkeit ist die direkte Folge der Medikamente. Untergeordnet erscheinen dabei Wirkungen wie die mögliche Veränderung des Geschmackssinns. Die Transplantation ist heute, auch dank zurückliegender menschlicher Opfer, die scheinbar beste Lösung. Vielleicht ist es ehrlicher zu sagen: Das Verhältnis von Lebensverlängerung und Einschränkungen durch medizinische Abhängigkeit zu den alternativen Möglichkeiten ist die derzeit beste.

8,5 bis 9 von 10 Patienten überleben das erste Jahr nach der Transplantation (je nach Organ).  50% der Empfänger von Spendernieren benötigen innerhalb von 10 Jahren eine weitere Niere oder müssen wieder an die Dialyse. Was uns als Entwicklung verkauft wird, die einen guten Stand erreicht habe und nur unter Organmangel leide um allen zu helfen, ist faktisch von Anbeginn eine Entscheidung.

Wer sich für die Organspende entscheidet, unterstützt auch die Forschung auf diesem Gebiet. Das muss nicht notwendig in gezüchteten menschlichen Klonen zum Zweck der Organspende enden, aber ein Ja zur Organspende hemmt die Entwicklung von Alternativen. So wie die Entscheidung für die Atomkraft die Forschung und Entwicklung im Energiesektor bestimmt hat.

Am Ende stellt sich vielleicht weniger zur zweifelhaften Wahl, ob wir über die Bereitschaft zur Organspende Leben erhalten und länger ermöglichen wollen oder nicht, sondern begegnen wir eher der Frage, auf welchen Wegen wir das erreichen wollen und was wir dafür bereit sind in Kauf zu nehmen. Das allerdings ist eine ganz andere Debatte, als die derzeitige Werbung für Organspende.  Gleich was uns auf der gesellschaftlichen Bühne gerade vorgegaukelt wird, sollten wir aufmerksam die verschwiegenen Alternativen bedenken.

In diesem Licht sollte man das immer wieder als Vorbild zitierte Beispiel von Herrn Steinmeier und das Argument, dass Leben “gerettet” wird, sehen. Das Thema ließe sich fortführen, weil andere Fragen offen bleiben, die mit dem Hirntod nur unzureichend beantwortet sind.

Unzweifelhaft steht dem gegenüber, dass Menschen nach einer Transplantation Lebensqualität zurückgewinnen, manche sogar ins Erwerbsleben zurückkehren. Die Organspende bleibt eine Möglichkeit, wenn dieser ethisch-religiöse Vorstellungen nicht entgegen stehen und keine Angst vorherrscht, dass der Körper halbtot schon ausgeschlachtet wird.

Sie können in den Ausweis ihre Spendenbereitschaft eintragen, aber auch einer Organspende widersprechen. Der Ausweis bietet ebenfalls die Möglichkeit nur bestimmte Organe zur Spende freizugeben und umgekehrt Organe von der Spende auszuschließen.

Bei Urlauben in Österreich und Spanien, empfiehlt sich grundsätzlich einen Organspendeausweis mitzuführen, wenn Sie einer Organentnahme insgesamt oder zum Teil widersprechen wollen – jeder, auch ein Urlauber, wird ohne Ausweis als Spender eingestuft.

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Ente, Tod und Tulpe

Die Suchanfrage "kinderfilme zum thema sterben tod und trauer" listet diese Seite früh in den Suchergebnissen. Leider ist hier wie andernorts kaum fündig zu werden. Bei den Büchern sieht es etwas besser aus.

Ich kenne nur einen Kurzfilm auf den hingewiesen werden kann. Sie finden ihn am Ende des Textes. Diesem liegt ein ebenfalls erhältliches Kinderbuch zugrunde.

In schlicht gehaltenen Bildern wird erzählt, wie eine Ente ängstlich bemerkt, dass ihr der Tod folgt. Sie verbringen eine gemeinsame Zeit, werden vertrauter miteinander und unterhalten sich. Die Ente hat Fragen, die auch der sanftmütige Tod nicht alle beantwortet. Schließlich meint die Ente:
"Mir ist kalt. Willst Du mich ein bisschen wärmen?"  Der Tod tritt auf sie zu und nach einem zögernden Moment umarmen sie sich.
Am Ende ist auch der Tod "fast ein wenig betrübt".

Der Film wie das Buch sprechen Vorstellungen an, die mit dem Tod verbunden sind und zeigen ihn als natürliches Element am Ende eines Lebens. Auch hier gilt, dass Eltern sich Zeit nehmen sollten und im Rahmen dessen, was Kinder aus der Geschichte mitnehmen und verstehen, Fragen aufkommen werden. Der Film scheint mir eher eine gute Möglichkeit zu sein, wenn Eltern mit ihrem Kind schon gemeinsam durch das Buch gegangen sind. Mit einem Bilderbuch kann jedes Kind seinen eigenen Rhythmus finden, länger auf einer Seite bleiben oder unterbrechen. Fragen müssen nicht bis zum Ende eines Filmes warten. Mit den Reaktionen kann behutsamer umgegangen werden, dann wenn sie auftauchen. So kann das Buch und später dann der Film aber zu einer hilfreichen und klärenden Erfahrung werden.

Die vorsichtig pastellfarbene, aber nicht verniedlichende Geschichte, ist auch jenseits der Kindheit ein ansprechendes Gleichnis. Vielleicht ist das die eigentliche Stärke, um zwischen Jung und Alt ins Gespräch zu kommen.

Ente, Tod und Tulpe

 

 

Als Buch bei Amazon

Ente, Tod und Tulpe. Kleine Geschenk-Ausgabe

 

 

 

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Peter Falk „Columbo“ gestorben

Erinnern Sie sich an den trotteligen, in sich versunkenen Inspektor im Trenchcoat, wie er schon im Gehen begriffen doch noch mal zurück schaut: „Ich hätte da noch eine Frage…“

Für den Zuschauer irgendwann nicht mehr überraschend, aber für den Angesprochenen natürlich schon. Manches hätte sich uns nicht mitgeteilt, wenn Columbo bei seinen Ermittlungen nicht immer wieder seine Verdächtigen mit einer letzten Frage oder einer kleinen Unstimmigkeit überrascht hätte – genau in dem Moment, zu dem sie das Verhör überstanden glaubten und unvorbereitet ins Stolpern kamen.

Jetzt kommen wir, die vom Krimisofa aus unzählige Fälle mit ihm durchgestanden haben, ins stolpern. Aus der gleichen Fernsehwelt erreicht uns die ganz reale Nachricht vom Tod des Peter Falk, alias Columbo.

Vielleicht sehen Sie ihn noch in anderen Rollen vor sich – in dem früheren Film „Die unteren Zehntausend“ oder in dem späteren „Eine Leiche zum Dessert“.

Als bekanntester bleibt „Der Himmel über Berlin“ zu nennen. Wenn Sie diesen Film im Kino gesehen haben, ist das schon bald 24 Jahre her.

Der Mann, der seit seinem dritten Lebensjahr ein Glasauge trug, hat uns mit seiner Umsicht aus den tiefsten Tiefen seiner Gedanken und einer untrüglichen Kombinationgabe immer wieder beeindruckt.

Er wird am Ende vieles vergessen haben, woran wir noch denken. Schon länger litt Peter Falk an Alzheimer. Diesen Fall konnte bis heute leider niemand lösen, auch er nicht, aber sein hintersinnig scharfer Verstand wird noch vielfach zu uns sprechen. Er ist nur einen Satz entfernt:
„Ich hätte da noch eine Frage…“

Ja, wir wollen noch viele Fragen stellen und ihm mit der nächsten noch einmal zuwinken – unserem Columbo.

Blick in die Woche – August 2011

Aktualisierung:

Die Beerdigung hat inzwischen stattgefunden.
Das Grab von Peter Falk befindet sich auf folgendem Friedhof:

Westwood Memorial Park
Los Angeles
Kalifornien, USA

weitere Informationen zum Friedhof

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Zu arm für die Beisetzung an der Seite seiner Frau

Letzter Wille: Nachbarn sammeln für Begräbnis
DerWesten

In Herde wohnte seit 40 Jahren Walter Schwalen, ein bei seinen Nachbarn beliebter Mann. Der nun verstorbene 71-Jährige hinterließ zuwenig eigene Mittel, um neben seiner Frau auf einem kartholischen Friedhof beigesetzt zu werden. Nachbarn, vor allem Wengelnik-Jakubiak, haben gesammelt und sich auch an das Radio gewandt. So konnte ihm sein letzter Wille erfüllt werden.

Ein gewiß seltenes und umso herzerwärmenderes Beispiel liebevoller Nachbarschaftshilfe über den Tod hinaus. Kaum jemanden wird unberührt lassen, wie hier dafür gesorgt wurde, dass der Wunsch und die Würde eines Menschen fehlenden finanziellen Mitteln nicht untergeordnet wird.

Auch wenn im Leserkommentar des Artikels als Klarstellung zu lesen ist „…die Kirche war nur sehr misswillig bereit zu helfen. Erst nach vielem hin und her erklärten die sich bereit die Grabstätte 50% billiger zu lassen“, hat auch dort immerhin irgendwann eine Besinnung auf immaterielle Werte stattgefunden – die ja schlecht nur von der Kanzel gepredigt werden können. Heutzutage muss sie dann eben von den eigenen Schafen gelegentlich angeschupst werden, damit sie auf den rechten Weg zurückfindet und sich nicht als reiner Wirtschaftsbetrieb begreift.

Nicht vergessen sollten wir bei einem solchen Fall, dass immer mehr Menschen aus finanziellen Gründen die Urnenbeisetzung „wählen“ und Angehörige häufiger als früher das Sozialamt bemühen müssen. Nachdem das Sterbegeld der Krankenkassen immer kleiner ausfiel – und kein Aufschrei durch die Bevölkerung ging – wurde es 2004 ganz abgeschafft. Das war eine der Wohltaten rot-grüner Sozialreformen. So konnten zwar auf politischer Ebene mehr oder minder stabile Krankenkassenbeiträge verkauft werden, aber sind neben der Zahnzusatzversicherung, der eigenen Rentenvorsorge und anderen Belastungen auch Sterbegeldversicherungen oder ein dafür zurückgelgter Spargroschen notwendig geworden – soweit das Leben dafür Spielraum lässt.

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TV-Hinweis

37 Grad „Ich ohne dich
ZDF
Dienstag 14. Juni 2011
22.15 Uhr

ZDF-Dokumentation über den Verlust des Partners, über Trauer und Neubeginn

Wdh.
Dienstag 14.06.2011
04:05 Uhr

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Alban Berg – Dem Andenken eines Engels

Alban Berg – Konzert für Violine und Orchester – Part I

Alban Berg – Konzert für Violine und Orchester – Part II

Selbst bereits schwer krank, schreibt Alban Berg (Wikipedia) diese Komposition. Sie ist der Versuch eines musikalischen Gedenkens an Manon Gropius (Wikipedia), die mit 18 Jahren in Folge einer Kinderlähmung verstarb.

Die Schwierigkeiten, die sich beim Zuhörer von 12-Ton Musik oft ergeben, treten weniger zutage. Zuweilen bleibt auch hier das Schwanken zwischen dem Wunsch nach der führenden Wohltat einer klaren Melodie und dem Empfinden unzusammenhängender Töne. Manchmal bleibt die Musik kurz davor schräg zu wirken. Insgesamt ergibt sich aber eine Klangkulisse, vor allem im zweiten Teil,mit zarten Klängen und Spannungen, die auch weniger gewöhnten Ohren etwas vermitteln kann.

Denjenigen, die sich intensiver mit der Komposition auseinander setzten, erschließen sich auch andere Ebenen. Am konkretesten ist das Bach-Choral-Zitat „Es ist genug“. In diesem verbindet sich die Ahnung vom eigenen Lebensende Alban Bergs mit dem frühen Tod von Manon Gropius. Dabei schwingt vielleicht auch soviel Frage wie Trost mit. Die angelegte Zahlensymbolik, mit einem Bezug beispielsweise zum Lebensalter der Verstorbenen, erschließt sich wohl nur noch Fachleuten. Nachvollziehbarer ist die Absicht einer Lebens-  und Wesensbeschreibung im ersten Teil und die Thematik des irdischen Abschieds im zweiten Teil.

In letzter Konsequenz eine musikalische Erfahrung mit einem Hintergrund, der nachdenklich stimmen kann und anders, auch neu hinhören lässt.

Alban Berg: Violinkonzert – Britten: Violinkonzert Op. 15
(Link zu Amazon)

  • Audio CD (23. Februar 2004)
  • Label: Warner Classics (Warner)
  • ASIN: B0001BFI64
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Museum für Sepulkralkultur in Kassel

In verständlicher Sprache ausgedrückt, handelt es sich um ein 1992 eröffnetes Museum der Trauerkultur (lat. sepulcrum = Grabstätte). Gleichzeitig werden von dieser Einrichtung Forschungen betrieben.

Die Dauerausstellung gliedert sich in die Bereiche „Sterben, Tod, Bestattung“ und „Friedhof und Grabmal„. Die Exponate, unter anderem Särge, Beigaben, Trauertrachten und Grabsteine entstammen vor allem dem deutschsprachigen Raum. Der Besucher gewinnt Eindrücke ab der Zeit des Mittelalters, bis hin zur Gegenwart – mit heute modernen Urnen und individuell gestalteten Särgen.

Beeindruckend ist die goldfarben verzierte Begräbniskutsche der Kassler Kurfürstenfamilie.

Modernes Produktdesign und zeitgenössische Kunst, die sich mit dem Thema befasst, aber auch eine Sammlung von Grafiken ab dem 15. Jh. runden das Angebot ab. Sonderausstellungen aus dem Themenkreis, Vorträge und sogar Konzerte ergänzen das Programm.

Abgesehen vom ungewöhnlichen Angebot, ist auch die Lage der Villa auf einem alten Weinberg reizvoll.

Gemessen am Thema erhellt übrigens erstaunlich viel Tageslicht die Räumlichkeiten.

Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25-27
34117 Kassel

Telefon    +49 561 918930

Öffnungszeiten    Di – So: 10 – 17 Uhr

Preise
Erwachsene 5,00 €
Ermäßigt 3,50 €

 

Spezialisierte Ausstellungen mit ähnlichen Ausrichtungen gibt es auch außerhalb Deutschlands:

– London ist in dieser Beziehung ein Flecken für sich…

– Ungarn (Budapest – Kegyeleti Múzeum)

Video: http://www.fn.hu/kultura/20081031/gunyt_uznek_halalbol_video/

– Österreich (Wien – Bestattungsmuseum)

– in der Schweiz (Basel – Sammlung Friedhof am Hörnli)

– in Frankreich (Paris – Musée Funéraire National)

– in Spanien (Barcelona – Museu de Carosses Fúnebres)

 

und auch außerhalb Europas gibt es solche Ausstellungen:

z.B. in Houston das National Museum of Funeral History


In meiner Heimatstadt Hannover gibt es das

Friedhofsmuseum auf dem Friedhof Seelhorst
(ein sehr bildlicher und schöner Name für einen Friedhof, wie ich finde)

Garkenburgstr. 43
30519 Hannover
0511 16849179

Öffnungszeiten:
An jedem ersten Mittwoch im Monat
13:00 Uhr bis 16:00 Uhr

freier Eintritt


Die Auflistung ist nicht vollständig. Wenn Sie Ergänzungen haben, zu ähnlichen Ausstellungen etwas schreiben oder eine weitere Adresse hinzufügen wollen, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion.

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Faltherzen: Zeichen der Hoffnung

Das Buch geht auf eine Idee während der Leipziger Buchmesse 2011 zurück. Romana Grimm hatte den Gedanken, mit anderen Autoren gemeinsam ein Buch zu gestalten. Die Einnahmen werden an Japan gespendet.

Nachdem verschiedene Texte zur Verfügung gestellt wurden, ist nun ein interessantes Buch erschienen. Elf eher unbekannte Autoren präsentieren Geschichten, die vom Verlust und der folgenden Trauer erzählen, aber auch den Aspekt der Hoffnung aufgreifen. Ganz direkt wird die Tsunamikatastrophe in Japan vermittelt.

Eine in mehrfacher Hinsicht hilfreiche Sammlung.

 

Faltherzen: Zeichen der Hoffnung

  • Taschenbuch: 132 Seiten
  • Verlag: epubli GmbH
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3844203435
  • ISBN-13: 978-3844203431

 

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Der Zug des Lebens

Ersteller unbekannt – an ihn/sie einen herzlichen Dank
Musik bekannt aus Forest Gump

 

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Der Tod muss ein Wiener sein – Georg Kreisler

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Es lebe der Zentralfriedhof – Wolfgang Ambros

Blick in die Woche – August 2011

Das Lied wurde von Wolfgang Ambros zum 100jährigen Bestehen des Zentralfriedhofes in Wien veröffentlicht. Der Zentralfriedhof ist der größte Friedhof Wiens.

Was im Leben schlecht zusammenpassen will, findet hier zusammen:

„Es lebe der Zentralfriedhof, die Szene wirkt makaber.
Die Pforrer tanz’n mit die Hur’n, und Juden mit Araber.“

Eine Zeile die aufstößt, wie überhaupt ein Lied über einen Friedhof aufstoßen mag. Wenn sich das erste Befremden aber gelegt hat, lohnt es sich gerade bei dieser zentralen Zeile innezuhalten – und einen Moment nachzudenken. Was im Leben nämlich so weit auseinandersteht und sich auch abgrenzen möchte, ist eben doch auch sehr gleich – was spätestens auf einem Friedhof einen Ausdruck findet, wo weniger die Haltungen dem Leben gegenüber und mehr Teil dieser Welt gewesen zu sein und als Mensch gelebt zu haben bedeutsam ist.

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Jack Kevorkian – Hintergrund

Der Arzt Jack Kevorkian, gern von den Medien als „Dr. Death“ betitelt, war ein Verfechter aktiver Sterbehilfe. 83jährig ist er am Freitag in Michigan verstorben – vermutlich an einem Blutgerinnsel.

Über 130 Menschen war er behilflich, in einen selbst gewünschten Tod zu gehen. Erst ein Video, auf dem zu sehen ist, wie er einen tödlichen Cocktail injiziert, brachte ihn ins Gefängnis.

Schon als Pathologe machte er auf sich aufmerksam. Damals vertrat er die Idee, Schwerverbrecher ohne Organschädigung zu Tode zu bringen, damit sie ihre Organe spenden könnten. Später eine Vorlage für manche Filme, in denen nach einer Organtransplantation Wesensmerkmale des Verbrechers auf den Empfänger übergehen oder dieser auf anderem Wege Einfluss gewinnt. Der vielleicht bekannteste mag „Der Chaoten Cop“ (Heart Condition) mit Denzel Washington und Bob Hoskins sein.

Das Thema Sterbehilfe wird auch in den USA heftig diskutiert. In der Bevölkerung überwiegt die ablehnende Haltung nur leicht. Die aktive Sterbehilfe (der Arzt verabreicht das Gift) ist flächendeckend in allen Bundesstaaten verboten. Die Selbsttötung im Rahmen ärztlicher Begleitung und Unterstützung ist in drei Bundesstaaten zugelassen – allerdings mit strengen Auflagen verbunden. Oregon machte 1997 den Anfang und blieb lange Zeit der einzige Bundesstaat, der eine Regelung geschaffen hatte. Washington folgte 2008 und seit 2009 hat auch der Bundesstaat Montana eine entsprechende Regelung.

Die Statistiken aus Oregon weisen seit Einführung des Gesetzes einen leichten aber stetigen Anstieg der Sterbefälle unter ärztlicher Beteiliugung aus.

Aufzufinden unter:
http://public.health.oregon.gov/ProviderPartnerResources/EvaluationResearch/DeathwithDignityAct/Pages/ar-index.aspx

Hier die entsprechende PDF-Datei aus dem Jahr 2010

Auch einen Film gibt es, in dem Al Pacino die Rolle von Jack Kevorkian spielt:
Hier der entsprechende Trailer

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Film zum Thema Freitod / Selbsttötung

 

Hanspeter Bäni:
Tod nach Plan (Link zu Amazon)

André Rieder, ein 56 jähriger ehemals erfolgreicher Arzt, leidet seit etlichen Jahren an einer psychischen Erkrankung (manische Depression) und möchte nicht mehr leben. Deshalb wendet er sich an „Exit“, eine Organisation der Sterbehilfe. Diese soll ihm behilflich sein. Sein ganzes Streben gilt der Vorbereitung seines eigenen Todes.

Auf dem Grabstein seiner Eltern ist noch eine Zeile für ihn frei. „Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig“, lautet der vorgeplante Text für seine Sterbeanzeige. Letzte Besuche, um sich von Freunden zu verabschieden, zeigen wie wenig eindeutig selbst nahe Menschen mit einer solchen Entscheidung umgehen können. Am letzten Tag verabschiedet er sich von seiner guten Freundin und Mitbewohnerin, die sich in den letzten zwei Jahren um ihn gekümmert hat. Bei einem letzten Essen mit seinem besten Freund, übergibt er diesem seine Papiere, für die anstehenden Notwendigkeiten bei den Behörden. Dann geht er in eine Picassoausstellung. Gewissermaßen ein Abschied von einem seiner Lieblingsmaler, von der Kultur. Schließlich begleitet ihn der beste Freund auf seinem letzten Weg und bleibt auch bis zum Ende bei ihm.

Der dokumentarische Film, der den Weg in den Freitod begleitet, zeigt nicht zuletzt die Schwierigkeit Grenzen zu ziehen. Wenn diese Möglichkeit nicht rundheraus abgelehnt wird, wofür es neben einer kaum diskutierbaren Haltung des Glaubens auch ganz sachliche Gründe geben kann, stellt sich die schwierige Frage, in welchem Rahmen und in welchen Fällen eine Sterbehilfe zulässig sein soll.

Die Dokumentation kann bestimmt nicht einseitig genannt werden. Trotzdem kann sie letztlich nicht mehr leisten, als einen Einstieg in das Thema zu geben: Ein Anlass eigene Einstellungen zu hinterfragen – vielleicht festzustellen, das es Grenzen gibt. Grenzen des Verstehens und Möglichkeiten allgemeine Regeln zu schaffen. Grenzen, die nahezu jedes zwischenmenschliche Bemühen von Außen erlauben, aber eine Beurteilung nur bezogen auf das eigene Leben zulässt – nicht einen Einzelfall betreffend und nicht einmal für den nächsten Angehörigen.

Ein Thema, bei dem jeder Mensch nur für sich sprechen kann, mit seinen Einstellunge und seinem inneren Erleben und im konkreten Fall auch Leid.

  • Regisseur: Hanspeter Bäni
  • Erscheinungstermin: 29. April 2011
  • ASIN: B004SRM6G2



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TV-Hinweis

Ich mach’s! – Bestatter/-in
EinsPlus
Samstag 04.06.
09:15 – 09:30

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Blick in die Woche – Mai 2011

30. – 31. Mai

23. – 29. Mai

 

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Buch zum Thema Freitod / Selbsttötung

 

Wolfgang Prosinger:
Tanner geht: Sterbehilfe – Ein Mann plant seinen Tod
(Link zu Amazon)

Die Sicht eines Betroffenen, der unheilbar krank ist und sich gegen alle Widerstände zu diesem Schritt entschließt. Wolfgang Prosinger begleitet Tanner bis zu seinem Freitod in der Schweiz.

Broschiert: 176 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.)
ISBN-10: 3596179319

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Halt auf freier Strecke (Kino)

Ein Film, wie er im Kino eher weniger erwartet werden kann, hat bei den 64. Filmfestspielen in Cannes den Hauptpreis in der Kategorie „Un Certain Regard“ gewinnen können. In dieser Kategorie werden Filme von wenig bekannten Künstlern gezeigt, die zudem in ihrer Machart aus dem üblichen Programmangebot fallen.

Auch in Berlin konnte „Halt auf freier Strecke“ 2012 überzeugen und ist zum besten deutschen Film gekürt worden. Das Werk von Regisseur Andreas Dresen gewann vier Lolas.

„Halt auf freier Strecke“ erzählt die Geschichte eines 44-jährigen Familienvaters, der an einem inoperablem Hirntumor leidet.In seinen nur noch wenige Monate dauernden Leben wird er von seiner Fraun und seinen zwei Kindern unterstützt und schließlich gepflegt. Seine Familie muss sich in eine überfordernde Situation einfinden. Sie erleben einen Persönlichkeitswechsel, den Verlust des Gedächnisses und der Fähigkeit sich zu orientieren und schließlich auch die Unbeherrschbarkeit von Körperfunktionen – die Notwendigkeit auf Windeln zurückzugreifen. Seine Schmezen kann der Vater nur mit Morphium ertragen und verliert schließlich sogar die Möglichkeit sich zu artikulieren.

Ein Film, der seinen Zuschauern nahe geht und das wohl auch möchte, aber dennoch ausreichende Distanz lässt. Ein sehr realistischer Film über das Sterben.

 

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Ägypten – Pyramiden entdeckt

26. Mai 2010

Mittels eines neuen Verfahrens bei der Auswerteung von Satelitenaufnahmen wurden  17 (!) bisher unbekannte Pyramiden entdeckt und entsprechend auch Gräber und Siedlungen. In welchem Zeitalter wir leben, wissen wir spätestens, wenn wir unsere Assoziationen mit Archäologie und den Begriff Weltraum-Archäologie vergelichen… Dieses neue Verfahren kam bei der Entdeckung zur Anwendung.

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Leb wohl, lieber Dachs

Dieses Buch kann wohl langsam schon zu den Klassikern unter den Kinderbüchern gezählt werden. Es bietet einen sehr schönen Einstieg, um mit Kindern über Tod und Trauer zu reden und sie dabei nicht zu überfordern. Wenn es hier auch um Tiere geht, gibt es klare Angebote, eigene Erfahrungen mit der Geschichte zu verbinden. Gerade wenn ein naher Angehöriger verstorben ist, kann das Buch für Kinder ein Einstieg in das eigene Verstehen und den Umgang mit der Trauer sein.

Nachdem sich der alte Dachs von seinen Freunden verabschiedet hat und gestorben ist, müssen die Freunde ade sagen und erinnern sich. Einem Kind werden durch den Dachs bildhafte Vorstellungen vom Sterben vermittelt. Die Art der Tiere mit ihrem Verlust umzugehen, zeigt einen sehr natürlichen und gemeinschaftlichen Umgang mit dem Tod. Die Tiere trauern, aber der Tod ist dabei nichts erschreckendes oder ein heikles Thema, sondern eher etwas, das zum Leben dazu gehört. Vergleiche mit den Jahreszeiten oder einem Müdewerden und Einschlafen am Abend, gelingen ohne zu verharmlosen

Das Buch engt nicht ein und lässt Raum für eigene Vorstellungen, die ein Kind entwickelt. Wie wir alle unterschiedlich auf Bücher reagieren, werden auch Kinder ihren eigenen Zugang suchen. Allein schon die Reaktion des Kindes kann viele Hinweise geben, wie Eltern ihrem Kind mit diesem Thema begegnen können, in welcher Weise ihr Kind versteht.


Susan Varley Leb wohl, lieber Dachs (Link zu Amazon)

  • Gebunden: 32 Seiten
  • Verlag: Betz, Annette, Verlag im Verlag Carl Ueberreuter GmbH
  • ISBN-10: 3219102832

 

Film:

Die Mediathek der ARD bietet dieses Buch in einer Fassung als Zeichentrickfilm
(Link zur ARD – nach eigenen Angaben verfügbar bis 20.11.2012)

Die Sendung mit der Maus: Leb wohl, lieber Dachs
(anklicken zum Abspielen)

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Ich begleite Dich durch deine Trauer

Wie der Titel verspricht, handelt es sich um ein Begleitbuch. Jorgos Canacakis redet den Leser direkt mit Du an – und erklärt auch auf der ersten Seite schon, warum er sich so entschieden hat. Wie bei jedem anderen Buch auch, werden die Leser unterschiedlich reagieren und nicht jeder damit etwas anfangen können. Ich empfehle es hier, weil es einen Blick wert ist und einen eher ungewöhnlichen Weg geht.

Wer sich angesprochen fühlt, findet eine Möglichkeit, sich der eigenen Trauer zu stellen und besser mit den einhergehenden Gefühlen umzugehen. Ein Wegweiser, der im Rahmen dessen was ein Buch zu leisten vermag, seine Unterstützung anbietet.

 


Jorgos Canacakis:
Ich begleite Dich durch deine Trauer: Lebensfördernde Wege aus dem Trauerlabyrinth
(Link zu Amazon)

  • Broschiert: 140 Seiten
  • Verlag: Kreuz-Verlag
  • ISBN-10: 3783126681

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Rendezvous mit Joe Black

Ein Film über das Leben und den Tod. Der Tod wird dabei von Joe Black / Brad Pitt verkörpert. Parrish / Anthony Hopkins spielt einen Industriellen, der weiß, dass seine Lebenszeit in naher Zukunft ablaufen wird. Der Film ist sehr berührend und bietet eine Atmosphäre vom Romantischen über Sätze, die nachdenklich stimmen, bis zu auch heiteren, leichten Momenten. Die Spannung zwischen den Dingen, die ein Leben ausfüllen, es lebenswert machen, den Gefühlen, die Menschen verbinden und auf der anderen Seite dem Tod, dem Wissen um die begrenzte Zeit und bevorstehenden Verlust, ist mit viel Wärme und Ausdruck gestaltet. Nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Schauspieler, nimmt der Film seine Zuschauer mit und schaftt es in einem ruhigen Tempo seine Geschichte zu erzählen.

Ein Film der wohltuend auf einen Zuschauer nach innen wirken kann und Gefühle von Wehmut, auch Melancholie anrühren mag.

 


Rendezvous mit Joe Black
(Link zu Amazon)

  • Darsteller: Brad Pitt, Sir Anthony Hopkins, Claire Forlani
  • Regisseur: Martin Brest
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.85:1
  • Produktionsjahr: 1999
  • ASIN: B00008WVIO
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HAZ-Traueranzeigen

Viele Angehörige wissen nicht, dass Todesanzeigen der Tageszeitungen häufig auch im Internet verfügbar sind. In meiner Heimatstadt Hannover sind diese beispielsweise bei der HAZ zu finden und mit einem kleinen zusätzlichen Angebot versehen. Wer möchte, kann eine Kerze entzünden und auch ein paar Zeilen hinterlassen.

Hannoversche Allgemeine Zeitung – Traueranzeigen

Wenn Sie ein vergleichbares Angebot aus Ihrer
Region kennen, helfen Sie anderen Lesern, wenn
Sie über die Kommentarfunktion einen
entsprechenden Hinweis hinterlassen.
(bitte möglichst mit Internetadresse).
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Buchempfehlungen

Sie finden unter den Buchempfehlungen neben eher sachlichen Büchern ebenfalls Werke der schöngeistigen Literatur. Wie auch andere Medien, sind beide Bucharten ein Weg sich einem Thema und eben auch sich selbst zu nähern. Diese Wege schließen sich nicht aus und können sich auch wunderbar ergänzen. Ganz nachdem, was Ihnen persönlich näher liegt, sollten Sie für sich entscheiden.
Ich wünsche Ihnen einen stärkenden Weg
Meik Conrad 

=> hier finden Sie die Buchempfehlungen (neueste zuerst)

Die Bilder an den Seiten führen direkt zur entsprechenden Buchempfehlung.

Filmempfehlungen

Ich beginne bei den Filmempfehlungen mit eher bekannten Filmen. Das hat einen ganz einfachen Grund. Gerade Filme, die wir schon einmal gesehen und die einen Eindruck hinterlassen haben, können in veränderten Lebenssituationen eine ganz andere Wirkung haben. Diese verbindet sich letztlich mit unserer früheren Sichtweise und kann unter anderm verstehen helfen, was sich verändert hat und uns bewegt. Deshalb scheint es mir sinnvoll, sie in Erinnerung zu rufen.

Aber auch wenn diese bekannten Filme Ihnen unbekannt sind, möchte ich sie hier empfehlen. Sie sprechen Stimmungen, Aspekte und Thematiken an, die uns gerade in einer Zeit, in der Trauer stark in unserem Leben wirksam ist, helfen können. Die Hilfe kann zum Beispiel darin bestehen, dass wir ein eigenes Gefühl, etwas das uns beschäftigt gespiegelt sehen und einen anderen Zugang finden. Eine Entlastung kann aber auch daraus folgen, dass wir uns einfach weniger allein fühlen, weil wir über die Zeitdauer des Filmes unsere Innerlichkeit etwas teilen können. Auch Sicherheit können wir dabei gewinnen.

Jeder Mensch muss für sich suchen und findet dabei seinen ganz eigenen Weg mit Trauer umzugehen und reagiert auch ganuso individuell. Dennoch verbindet uns dabei auch vieles, erkennen wir manches bei anderen und eben auch in einem Film wieder. Das ist gut so, denn sonst könnte unsere Trauer kein anderer Mensch verstehen und uns nachfühlen. Sei es nun in einem Filmverlauf, beim Lesen oder während eines Gespräches, dass wir feststellen auf Verständnis, eine ähnliche Erfahrung oder auf ein verwandtes Fühlen zu treffen – immer wissen wir dann auch, dass wir ganz „normal“ sind und uns keine Sorgen machen müssen „neben die Spur“ zu geraten. Allein zu wissen, dass unsere, vielleicht auch heftige Reaktion, nicht vollkommen ungewöhnlich ist, sondern aus einer Trauer heraus einfach sein darf und nichts in Frage stellt, als letztes uns selbst, kann schon enorm entlasten und Rückhalt geben.

Wenn Sie sich von Filmen angesprochen fühlen können, finden Sie hier hoffentlich eine Möglichkeit zu leichteren Stunden und zu sich selbst.

Mit besten Wünschen
Meik Conrad

Japan

 

13.03.2011

In Japan hat es ein Erdbeben gegeben und die Erde bebt dort noch immer. Ein Beben, wie es selbst für ein erdbebengewohntes Land wie Japan unglaublich ist. Das Erzittern des Bodens war noch hier im weit entfernten Deutschland messbar und hat wie wohl fast jeden weltweit auch mich erreicht. In den letzten zwei Tagen habe ich viel Zeit sprachlos vor dem Fernseher und im Internet verbracht. Zeitweilig habe ich beide Medien gleichzeitig genutzt, so auch jetzt wieder.

Die schockierenden Ereignisse in Japan haben auch meinen Tagesablauf umgekrempelt. Japan wirkt bis hierher, über die weite Distanz und lässt mich keinen Abstand fühlen. Stattdessen Unfassbarkeit vor dem Leid, das Mitempfinden mit Angehörigen, die keine Verbindung zu ihren Lieben haben, Bestürzung über die Kraft der Zerstörung und die schockierenden Bilder der vom Tsunami überwalzten Landschaft,.

Erschüttert, ja dieses Beben hat nicht nur den Boden, sondern weltweit die Menschen erschüttert. Die Welt wird klein angesichts solcher Ereignisse und klein werden wir Menschen vor diesen unfassbaren Naturgewalten.

Bedrückend ist die Situation um die Atomkraftwerke, mit den nicht nur offenbaren Schäden und Problemen, sondern der auch sparsamen Informationspolitik. Bilder an Tschernobyl werden innerlich und international wach. Die Menschen haben Angst. Widersprüchliche Nachrichten, auch in Japan, machen die Situation unerträglich.

Gleichwohl bin ich beeindruckt von der Ruhe der Menschen dort, wie zivilisiert sie sich inmitten der Katastrophe mit ihren Nöten verhalten, wie sehr sie in der Lage sind die Situation zu ertragen. Eine starke Nation, die mit internationaler Hilfe hoffentlich stark bleibt.

Wenn ich aber an die Japaner vor diesem Schicksal und auch jetzt in dieser Situation denke, ich bin sicher, dass diese kraftvolle und disziplinierte Nation den Schock überwindet und den Aufbau schaffen wird.

Spenden: So wenig wir tun können, um uns der eigenen Hilflosigkeit zu entziehen, können wir mit einer Spende doch etwas mildern und vielleicht bewegen.


Aktion Deutschland Hilft„,
ein Bündnis zehn renommierter Hilfsorganisationen für die Erdbebenopfer in Japan:

Spendenkonto & Spenden-Telefon

Spendenkonto: 10 20 30
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit

Spendenhotline: 0900 55 10 20 30
Charity-SMS: adh10 an die 8 11 90 senden (10 € zzgl. üblicher SMS-Gebühr, 9,66 € gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft)
Online-Spenden: zum Spendenformular

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Weitere Informationen (in englischer Sprache) zur aktuellen Lage, finden Sie von Google bereit gestellt unter:
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